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  1. #1
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    Ich trat zur Nacht in einen Silberspiegel


    Ich trat zur Nacht in einen Silberspiegel,
    der friedlich schlummernd neben mir sich fand.
    Der Mond gebettet lag zum Seidenband,
    der Wind schwang leise rauschend seine Flügel.

    Und sachte hob ich blinzelnd meine Lider,
    gewahrt' die Schöne, deren dunkles Haar
    zu blauen Wellen hingegossen war.
    Gelöst vom Schlaf die feinen, weißen Glieder.

    So hielt sie meine Blicke wohl gefangen.
    Da plötzlich überkam mich ein Verlangen.
    Die Funken der Begierde übersprangen
    und innig wogend glühten mir die Wangen...

    Es ist die Liebessehnsucht ein Genuss,
    die, mit Verlaub, ein jeder stillen muss.


    © LeVampyre | VI, Jan. 2004

    Dieser Text kann als mp3 auf meiner Homepage angehört werden.
    Bitte beachtet auch die besonderen Lizenzbestimmungen an meinen kreativen Werken!
    Eine Liste meiner bei Gedichte.com veröffentlichten Texte gibt es u.a. in meinem Sammelfaden.
    Geändert von levampyre (19.03.2006 um 23:13 Uhr)

  2. #2
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    Im nächsten Gedicht verlange ich mehr Wassermetaphern, nach denen bin ich verrückt
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  3. #3
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    Sorry, aber in meiner nächsten Ballade (falls ich die jemals fertig bringe) wird es um den Tod gehen, in meinem nächsten Sonett um Blicke. Vielleicht hast du ja Glück und ich lasse irgendwas sich im Wasser spiegeln. Das ist ja auch 'n optisches Element.
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  4. #4
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    naja, da findet sich schon was. in jedem fall finde ich diese "ins licht getaucht", "mit licht übergossen", "fließt wie honig auf der zunge", "durchströmt von glück"-bilder sehr anschaulich und ROMAAAAANTISCH
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  5. #5
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    "Durchströmt von Glück" - willst du mich verarschen?
    --LeV

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  6. #6
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    natürlich nicht, ich habe schließlich "die brille des dichters" auf! (_o_) <-- Kritik hier rein
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  7. #7
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    Na zum Glück. Ich steh nicht auf die ordinäre Darstellung von Erotik. Mag man in der Realität geil und pervers sein wie man will - das geht hier keinen was an!
    Ich wäre der letzte, der irgendwelche geschlechtlichen Konventionen verfolgt, aber diese "Beine-breit-Erotik" turnt mich als Leser eher ab als an. Also behalte ich auch als Dichter die Brille lieber auf.
    --LeV

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  8. #8
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    das ist kunst, das hat mit realität überhaupt nichts zu tun.
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  9. #9
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    so ist es vermutlich...
    --LeV

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  10. #10
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    ähm zum gedicht:

    Ein Sonett, na gut. Da setzt man ja immer gewisse Qualitätsstandards an. Die die Form auch erfüllt. Nur der Inhalt:

    Ist unlogisch. Insbesondere 2 Stellen:

    Am Anfang tritt das Ich in einen Silberspiegel. Dann sieht es den Mond. Dann hebt es die Lider. Wie konnte es vorher den Mond sehen?? -- Durch die geschlossenen Lider?

    Am Ende ist von der Liebessehnsucht die Rede. Die ein Genuss ist. An sich ein Genuss ist. Als Sehnsucht Genuss ist. Aber warum sie dann noch stillen (noch dazu müssen??)

    "Gelöst vom Schlaf die feinen weissen Glieder"
    das ist eine schöne Stelle. Die schlafende Schöne! Wie schön und wie wehrlos sie ist...

    Ich hätte nach dem Blitzen der Lust, äh, "engagierteres" erwartet, als Kontemplation über die (Liebes-)Sehnsucht und bin deshalb ein wenig enttäuscht. Leider...
    Denn die Szenerie gefällt mir. Und die Stille des Anfangs hätte (insb. im Sonett) eine schöne Bühne der Leidenschaft abgegeben.
    "Wenn ein Affe hineinschaut..." (Lichtenberg)
    "Man sollte eigentlich nur das ein Buch nennen, was etwas Neues enthüllt. " (ders.)

  11. #11
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    Ich danke dir für deinen Kommentar, parachute und versuche mal, meinen Text zu verteidigen.
    Strophe eins ist lediglich eine Darstellung der Situation. Der Spiegel ist hierbei kein Spiegel, der etwas widerspiegelt, sondern lediglich eine Metapher für die silbergraue Nacht. "Ich trat" stellt keine aktive Handlung des lyr. Ichs dar (denn es schläft ja noch und bewegt sich nicht). Ich meine damit eher das allgemeine Übertreten in die Nachtatmosphäre, ihre Farben während des Schlummers.
    Erst dann erwacht das lyr. Ich und erblickt.
    Die Frage, ob allein die Liebessehnsucht ein Genuß ist, muß ich eindeutig mit ja beantworten (manchmal sogar größerer Genuß als die Erfüllung derselben). Dennoch, ist diese Sehsucht erst einmal da und liegt ihre Erfüllung so greifbar nahe, wie in diesem Falle, ist es schwierig, ihr nicht nachzugeben.
    Daß ich nicht beschreibe, was genau mein lyr. Ich dann mit der Schönen vollführt, liegt allein daran, daß ich es vollkommen dem Leser überlasse, sich das vorzustellen. Er erzeugt in seiner Phantasie die Erotik.
    LG Vampyre
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  12. #12
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    Ich verstehe jetzt besser, was und wie es gemeint war. Und als Idee gefällt mir die Szenerie und Aussage auch sehr gut.

    Dennoch halte ich S1 und S4 für weniger gut als S2 und S3. Darauf, dass das lyr. Ich schläft, erhalte ich vom Text keinen Hinweis. Insbesondere S1/V2 "der friedlich schlummernd neben mir sich fand" irritiert mich dabei.
    Denn das "neben mir" scheint fürs erste das metaphorische Hinübertreten auszuschliessen, da es den Ort des Hinübertretens genauer beschreibt und somit einen konkreten Ort nahezulegen scheint. Auch das friedliche Schlummern scheint nahezulegen dass das lyr. Ich gerade nicht schläft. Ist es überhaupt wichtig, dass es schläft?
    (Schlafwandel/Schlaflosigkeit/Unruhe/Getriebenheit)

    Das Ende:
    Ok, es hat gedauert, aber nachdem ich nunmehr (endlich) die drei Punkte hinter den Wangen bemerkt habe, kann ich mit den Schlussversen leben. Auch wenn ich unter diesen Umständen gerade nicht mehr wissen möchte, was mit der Schönen passiert ist...

    parachute

    [Geändert durch parachute am 10-03-2004 um 02:27]
    "Wenn ein Affe hineinschaut..." (Lichtenberg)
    "Man sollte eigentlich nur das ein Buch nennen, was etwas Neues enthüllt. " (ders.)

  13. #13
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    Daß du keinen Hinweis darauf erhältst, daß das lyr. Ich schläft, ist vollkommen verständlich, denn einen solchen Hinweis gibt es tatsächlich nicht.
    V2 bezieht sich nicht direkt auf das Hinübertreten, sondern auf den Silberspiegel. Ich will die Stophe mal profan ausdrücken: Es war einmal, in einer Nacht, da lag eine schöne Frau neben mir. Durch das Fenster fiel das Mondlicht in der Art und Weise, daß es sich silbern auf ihrem nackten Körper widerspiegelte, wie ein lose dahingeworfener Seidenschal. Es spiegelte so, daß es die gesamte Umgebung in seine Atmosphäre mit hineinzog, daß also alles passiv hinübertrat, sogar Ich, ob schlafend oder wachend.
    Ich habe aber einen sehr hohen Anspruch an Lyrik, der es nicht gestattet, es so simpel auszudrücken. Warum die Vielfalt und Vieldeutigkeit der Sprache nicht ausnutzen?
    Deinen zweiten Absatz verstehe ich nicht. Erst sagst du, du möchtest mehr Aktion lesen, dann willst du auf einmal nicht mehr wissen, was mit der Schönen passiert. Traust du deiner eigenen Phantasie nicht?
    LG Vampyre

    [Geändert durch levampyre am 11-03-2004 um 10:39]
    --LeV

    Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, schließlich ist die Auswahl groß genug. ~ J.P. Sartre

  14. #14
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    Hi leva...
    Ich habe eines deine Werke gefunden und ich muss gestehen, dass es mir richtig gut gefällt.
    Man merkt, dass du Talent und Ahnung hast und das ist nunmal eine bestechliche Kombination.

    " Die Winde schwangen leise Flügel" hat mir auch schon in Goethes "Willkommen und Abschied" gut gefallen.

    Nein Spaß beiseite,
    ehrlich gesagt ist das bis jetzt das beste Gedicht, was ich hier gelesen habe.
    Es vermittelt eine so friedliche und zugleich erregte Atmosphäre.

    Hochachtungsvoll Anonym

  15. #15
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    Hallo Anonym,
    wie schön, du hast als erster/erste diese offensichtliche Anspielung entdeckt. Das freut mich. Also wie gesagt, meine Signatur hilft weiter, wenn du dich für mehr von mir interessierst.
    LG
    Vampyre
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